Klassisches Vasisthasana (Seitstütz) mit beiden Beinen übereinander

Der Seitstütz “Vasisthasana” bietet die Ausgangsform für viele wunderschöne Asana Variationen. In diesem Beitrag lernst Du einige kennen.

Vasisthasana ist eine tolle Yogaübung, um die seitlichen Bauchmuskeln zu stärken, allgemeine Körperspannung aufzubauen und die Balance zu schulen. Je nach Vasisthasana Variationen wird der Seitkörper oder auch Schultern und Brustwirbelsäule gedehnt. Auf der energetischen Ebene kann man in der Asana sehr gut das Zusammenspiel von Stabilität und Leichtigkeit im Körper erfahren und verfeinern.

Der Name der Asana beruht auf dem Weisen Vasistha, dessen Lehren im klassischen Text “Yoga Vasistha” vermittelt werden. Der Weise wurde von König Dasharatha an den Hof gerufen, um den Königssohn Ram auf seinem spirituellen Weg zu inspirieren. Passend hierzu scheint es, als ob viele Yogalehrende die Asana als Grundlage für inspirierende und kreative Vasisthasana Variationen gewählt haben.

1. Vasisthasana mit Knie am Boden

  • Diese Variation ist gut für Yogaanfänger geeignet, da das Körpergewicht auf Hand, Knie und Fuß verteilt wird. Bei Bild 2 kommt tolle Flankendehnung hinzu.
  • Aus dem Vierfußstand kommend, das linke Bein ausstrecken und den linken Fuß am Ende der Matte absetzen. Der linke Fuß drückt fest in den Boden.
  • Den rechten Unterschenkel ausdrehen, sodass mehr Stabilität im Standknie ist.
  • Rechte Standhand stabil in den Boden drücken. Die Finger spreizen.
  • Die Hüfte ist geöffnet.
  • Den linken Arm entweder nach oben ausstrecken oder über das Ohr verlängern (Bild 2).

2. Klassisches Vasisthasana

Klassisches Vasisthasana (Seitstütz) mit beiden Beinen übereinander
  • Diese Variante erfordert viel Körperspannung, Balance und Kraft.
  • Aus dem Brett kommend die Füße zusammensetzen und das Gewicht auf die rechte Hand und die rechte Fußaußenkante verlagern.
  • Die Füße liegen geflexte aufeinander. Der untere Fuß drückt fest in die Matte.
  • Die Standhand ist gespreizt und presst in den Boden, sodass die Hüften gegen die Schwerkraft gehalten werden.
  • Abschließend den oberen Arm in Verlängerung des unteren Armes Richtung Himmel strecken.

3. Vasisthasana mit Fuß vor dem Becken aufgesetzt

  • Mit dieser Version von Vasisthasana werden die äußeren Hüften gedehnt. Außerdem kann man sich dynamisch zwischen den Positionen aus Bild 1 und 2 bewegen, wodurch ein toller Flow entsteht.
  • Aus dem klassischen Vasisthasana (s. oben), den linken Fuß vor dem Bauch platzieren und in die Matte pressen. Hierdurch werden die Hüften weiter angehoben.
  • Mit der Einatmung den linken Arm weit über das Ohr hinaus ziehen. Mit der Ausatmung langsam die Hüften Richtung Boden senken. Gleichzeitig auch den linken Arm absenken.
  • Optional in der Position bleiben oder im Rhythmus des Atems von einer zur anderen Haltung fließen.

4. Vasisthasana als Variation von Vrkshasana (Baum)

Kreative Vasisthasana Variation mit einem Bein gehoben wie in der Baumposition
  • In dieser Vasisthasana Variante wird das Gleichgewicht zwischen Stabilität und Leichtigkeit auf die Probe gestellt. Sie ist als fortgeschrittene Form einzustufen, die Kraft und Hüftflexibilität bedarf.
  • Aus dem klassischen Vasisthasana das obere linke Knie beugen und Richtung Himmel heben. Hierbei kann die linke Hand das Knie halten und noch etwas höher ziehen.
  • Die rechte Standhand und der rechte Fuß pressen stark in den Boden, um die Hüften höher zu heben.
  • Nach und nach den kompletten rechten Fuß flach in den Boden drücken.
  • Wenn die Balance hier schwerfällt, den Blick fest auf einen Punkt am Boden richten.

5. Volles Vasisthasana

Kreative Vasishtasana Variation mit einem Bein Richtung Himmel ausgestreckt.
  • Dies ist die fortgeschrittenste der hier dargestellten Versionen von Vasisthasana. Hierfür benötigt man Kraft, Hüftflexibilität und Balance.
  • Aus der Vasisthasana als Variation von Vrkshasana (s.o.), mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger den großen Zeh vom oberen Bein greifen.
  • Das Bein dann kraftvoll nach oben Richtung Himmel strecken.
  • Um die Stabilität zu halten, die Hüften hochzuschieben und dem Bein mehr Offenheit zu geben, werden Standhand und Standfuß kraftvoll in den Boden geschoben.
  • Der Brustkorb öffnet leicht in eine Rückbeuge.
  • Blick kann zum Boden, zur Seite oder nach oben gehen – je nachdem, was die Balance zulässt.

Viel Freude beim Üben.